Wissenswertes
Zahlen und Fakten
Rheuma ist nicht selten. Wie häufig die jeweils hinter diesem Begriff steckenden Erkrankungen in der Bevölkerung Deutschlands auftreten, ist jedoch unterschiedlich. Spitzenreiter der rheumatischen Erkrankungen sind die degenerativen Gelenks- und Wirbelsäulenerkrankungen – die Arthrosen. Etwa 5 Millionen Deutsche leiden daran, Folge sind jährlich ca. 300.000 Operationen zum Einsetzen von Hüft- oder Kniegelenkprothesen. Nicht weniger selten tritt mit ebenfalls 5 Millionen Betroffenen die Osteoporose auf, die zu den Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden zählt. Dritthäufigste Erkrankung ist die zur Gruppe des Weichteilrheumatismus gehörende Fibromyalgie, sie zählt in Deutschland 1-2 Millionen Betroffene. Die entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sind vergleichsweise selten, an der rheumatoiden Arthritis leiden weniger als 0,8 % der Bevölkerung, bei Morbus Bechterew sind es zwischen 0,4 und 2 %. Weitere Erkrankungen dieser Gruppe, die Vaskulitiden und Kollagenosen, treffen höchstens 5 von 10.000 Menschen und sind damit seltene Erkrankungen. An der juvenilen idiopathischen Arthritis sind ca. 15.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren erkrankt.
Rheuma – eine Frage des Alters?
Die Annahme, Rheuma sei eine Erkrankung alter Menschen, ist weit verbreitet. Und falsch. Bei der Vielzahl verschiedener Erkrankungen, die sich hinter dem Begriff „Rheuma“ verbergen, ist das jeweilige mittlere Alter des Auftretens von Krankheit zu Krankheit unterschiedlich. Der generalisierte Weichteilrheumatismus, die Fibromyalgie, tritt ab dem 35. Lebensjahr auf. Die zu den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen zählende rheumatoide Arthritis tritt am häufigsten zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf. Sie kann jedoch bereits Kinder und Jugendliche treffen, etwa 15 % der Erkrankten sind jünger als 40 Jahre. Die für ältere Menschen typischen rheumatischen Erkrankungen sind die Arthrose und die Osteoporose. Hier liegt das Durchschnittsalter bei Stellung der Diagnose über 60 Jahren.
Rheuma – eine Frage des Geschlechts?
Bei verschiedenen rheumatischen Erkrankungen variiert die Zahl der Betroffenen stark in Abhängigkeit des Geschlechts. An einer rheumatoiden Arthritis erkranken Frauen dreimal so häufig wie Männer, in der Gruppe der Betroffenen unter 40 Jahren sind Frauen so gar viermal häufiger vertreten. Die Ursachen für dieses Phänomen sind nicht bekannt. Es wird vermutet, dass geschlechtsspezifische Unterschiede in der Ausbildung einer Immunreaktion mitverantwortlich sind, da Abwehrreaktionen des weiblichen Immunsystems grundsätzlich stärker ausfallen als die des männlichen. Ein weiterer Ansatzpunkt ist der unterschiedliche Hormonstatus – es gibt Hinweise, dass weibliche Hormone die Entstehung von Autoimmunkrankheiten fördern. Weitere rheumatoide Erkrankungen, die Frauen häufiger betreffen als Männer, sind die Osteoporose und die Fibromyalgie. Bei der Osteoporose ist es erwiesen, dass der unterschiedliche Hormonstatus von Mann und Frau zu der unterschiedlichen Krankheitsverteilung zwischen den Geschlechtern führt – bei der Fibromyalgie ist die Ursache unbekannt. Die Anteile weiblicher Betroffener liegen bei Osteoporose und Fibromyalgie bei 80 %.
Lydia Köper
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