Therapie von Rheuma
Therapie entzündlich-rheumatischer Erkrankungen
Aufgrund der weitgehend unbekannten Ursachen für die Entstehung von Autoimmunerkrankungen können entzündlich-rheumatische Erkrankungen nicht geheilt werden. Es ist aber möglich, ihr Fortschreiten einzuschränken oder zu verhindern. Die Therapie basiert auf drei Grundlagen, der Linderung der Schmerzen, dem Stoppen der Entzündung und damit der fortschreitenden Schädigung der Gelenke, sowie der Erhaltung der Beweglichkeit. Medikamentöse Therapien bestehen aus langfristig verabreichten Rheuma-Basismedikamenten, die die Autoimmunreaktion stoppen oder zumindest einschränken sollen. Kortison gehört nicht zu dieser Gruppe, kann jedoch neben einer systemischen Verabreichung auch lokal, z. B. in Form von Gelenkinjektionen, eingesetzt werden. Die Basismedikamente werden in der Regel mit nicht-steroidalen Antirheumatika kombiniert, die gegen die Entzündungsschmerzen wirken.
Eine relativ neue Therapiemethode ist der Einsatz monoklonaler Antikörper, wodurch, ähnlich der Basismedikamente, die Entzündungsreaktion im Gelenk gestoppt werden soll. Schmerzlinderung kann zudem durch den Einsatz Physikalischer Therapien wie Elektro- und Kältetherapie erzielt werden. Zur Erhaltung der Beweglichkeit ist Krankengymnastik unerlässlich. Zudem können durch orthopädische Therapien, wie z. B. den Einsatz von Einlagen und Gehstützen, die betroffenen Gelenke entlastet werden. Bei schwerem Verlauf können operative Maßnahmen wie eine Synoviorthese (Verödung der Gelenkinnenhaut) oder der Ersatz betroffener Gelenke durch Gelenkprothesen notwendig sein.
Therapie degenerativer Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen (Arthrose)
Für die medikamentöse Therapie einer Arthrose werden schmerzlindernde Medikamente eingesetzt, bei als Krankheitsfolge auftretenden Entzündungen auch Entzündungshemmer. Ähnlich der entzündlich-rheumatischen Erkrankung ist auch bei einer Arthrose Krankengymnastik enorm wichtig, um die Beweglichkeit der Gelenke zu erhalten. Physikalische Therapien können Rheumaschmerzen lindern, durch orthopädische Maßnahmen können die betroffenen Gelenke entlastet werden. Hyaluronsäure kann in den Gelenkspalt gespritzt werden und
als künstliche Gelenkschmiere über einen gewissen Zeitraum Erleichterung verschaffen. In fortgeschrittenen Krankheitsstadien sind operative Eingriffe erforderlich. An bestimmten Gelenken können Versteifungen durchgeführt werden, die allerdings lediglich eine Schmerzfreiheit des Patienten zum Ziel haben. Soll auch die Beweglichkeit wiederhergestellt werden, können verschiedene Gelenke wie Knie- und Hüftgelenk durch Gelenkprothesen ersetzt werden.
Therapie weichteilrheumatischer Erkrankungen
Sind die Ursachen der weichteilrheumatischen Erkrankung in Fehl- und Überbelastungen begründet, so gilt es, diese abzustellen und die betroffenen Strukturen bis zu deren Erholung nicht zu belasten. Abhängig von der genauen Diagnose können hier ebenfalls mit Krankengymnastik und physikalischer Therapie Erfolge erzielt werden. Auftretende Schmerzen können medikamentös behandelt werden, bei entzündlichen Erkrankungen kommen zudem entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz. Ähnlich wird bei der Behandlung der Fibromyalgie verfahren, wobei hier zunächst der Behandlungsschwerpunkt auf der Wiederherstellung eines erholsamen Schlafes, auch unter Einsatz von Medikamenten, liegt.
Lydia Köper
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