Diagnose von Rheuma
Diagnose entzündlich-rheumatischer Erkrankungen
Entzündlich-rheumatische Erkrankungen werden anhand auftretender Symptome und einer rheumatologischen Untersuchung diagnostiziert. Eine rheumatoide Arthritis zeigt sich in der rheumatologischen Untersuchung durch das verstärkte Auftreten von Entzündungsparametern im Blut (C-reaktives Protein und Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit), sowie einer entzündungsbedingten Blutarmut. Bei bereits langjährigem Krankheitsverlauf sind Rheumafaktoren und antinukleäre Antikörper im Blut nachweisbar. Neben den Rheumafaktoren ist der CCP-Antikörper wichtigster Parameter für die Diagnose einer rheumatischen Arthritis. Anhand von röntgenologischen Untersuchungen können Veränderungen der Gelenke festgestellt werden. In der EU ist seit 2009 zudem die Methode des Rheumascans zur Diagnostizierung zugelassen. Dabei wird ein Farbstoff in die Hand gespritzt, der bei Ansammlung in einzelnen Gelenken Hinweis auf eine rheumatoide Arthritis gibt. Die Diagnose einer rheumatoiden Arthritis gilt als gesichert, wenn vier von sieben Kriterien des American College of Rheumatology erfüllt sind:
- morgendliche Gelenksteife von mindestens einer Stunde Dauer
- Entzündung von drei und mehr Gelenkregionen
- Arthritis der Hand
- symmetrische/spiegelbildliche Arthritis
- Rheumaknoten: unter der Haut liegende Knoten über Knochenvorsprüngen und in Gelenknähe
- Nachweis von Rheumafaktoren im Blut
- Röntgenologisch nachweisbare Veränderungen
Diagnose von degenerativen Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen (Arthrose)
Bei der Diagnose einer Arthrose werden zunächst im Gespräch mit dem Patienten (Anamnese) Risikofaktoren wie beispielsweise das Alter und sportliche Aktivitäten des Patienten sowie das Vorkommen von Arthrosen in der Familie analysiert. Zudem wird nach dem Auftreten typischer Symptome, wie z. B. einem Anlauf- oder Belastungsschmerz, gefragt. Zweiter Punkt bei der Diagnose ist der Untersuchungsbefund, der möglicherweise weitere charakteristische Symptome wie Schwellung, Überwärmung, Steifheit und Formveränderung des Gelenks aufzeigt. Dritter Punkt der Arthrose-Diagnostik ist der Einsatz bildgebender Verfahren. Die am häufigsten eingesetzte Methode ist die röntgenologische Untersuchung, da sie Verengungen im Gelenkspalt, Zysten, Knochenanbauten und weitere Formveränderungen des Gelenks aufzeigt. Weitere Möglichkeiten sind beispielsweise die Durchführung einer Magnetresonanztomographie (MRT) und einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung).
Diagnose von weichteilrheumatischen Erkrankungen (Weichteilrheuma)
Lokale weichteilrheumatische Erkrankungen sind oftmals schwer zu diagnostizieren. Grundlage der Diagnose bildet das Patientengespräch. In diesem fragt der Arzt nach den Beschwerden und lässt sich die Körperstellen zeigen, an denen die Schmerzen auftreten. Im Blutbild und auf Röntgenbildern sind lokale weichteilrheumatische Erkrankungen nicht zu erkennen. Bei der Fibromyalgie hingegen lassen sich bei manchen Betroffenen Antikörper gegen den körpereigenen Botenstoff Serotonin im Blut nachweisen. Zudem gibt es für die Diagnostizierung 18 Druckpunkte (Fibromyalgie-Druckpunkte) an Sehnen- und Muskelansatzstellen. Tritt bei mindestes 11 Druckpunkten eine schmerzhafte Reaktion des Patienten auf, so gilt das wichtigste Diagnosekriterium der Fibromyalgie als erfüllt.
Lydia Köper
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